SPD Walldürn gedenkt Karl-Heinz Joseph

Anlässlich des zehnten Todestages des am 6. Mai 2007 verstorbenen Landtagsabgeordneten und Bürgermeisters Karl-Heinz Joseph fand am Samstagvormittag in Würdigung der Verdienste des Verstorbenen in der Adolf-Kolping-Straße am "Karl-Heinz-Joseph-Platz" eine Gedenkveranstaltung der SPD Walldürn sowie des SPD Kreisverbandes statt.  Danach schloss sich eine Gedenkstunde im Saal des Jugend- und Kulturzentrums "Alter Schlachthof an. Gewürdigt wurden die politischen Verdienste, aber vor allem auch der Mensch Kar-Heinz Joseph, der als einer der beliebtesten sozialdemokratischen Politiker der weiteren Region galt.

Der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Walldürn, Ralf Beyersdorfer, zeigte auf, dass ein an diesem 6. Mai 2007 fassungslos über den plötzlichen und völlig unerwarteten Tod Josephs gewesen sei, der unvermittelt aus dem Leben gerissen worden sei.

Mit Karl-Heinz Joseph habe man nicht nur einen engagierten Sozialdemokraten verloren, der sich seit seiner Jugend in seiner Partei eingebracht habe, und einen Menschen, der die SPD in Walldürn, im Landkreis und im Land mitgeprägt habe, sondern auch einen Politiker, für den immer die Menschen im Mittelpunkt gestanden hätten. Mit Karl-Heinz Joseph habe man vor allem einen guten Freund verloren, den man jederzeit um Rat habe fragen können, der für die anderen immer da gewesen sei. Auch deshalb sei er bei diesen Menschen nach wie vor unvergessen.

Nach einer Schweigeminute begaben sich die Gäste in den "Alten Schlachthof", wo Ralf Beyersdorfer das Wirken des Verstorbenen würdigte: "Was der SPD-Ortsverein Walldürn Karl-Heinz Joseph verdankt, lässt sich nicht in Worte fassen!" Über zwölf 12 Jahre lang habe er als Ortsvereinsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender die Arbeit der Partei in Walldürn geprägt. Wenn man heute in der SPD-Gemeinderatsfraktion berate, stelle man sich in diesem Gremium oft die Frage: Wie hätte wohl Karl-Heinz Joseph hier gehandelt oder entschieden?

Bürgermeister Markus Günther würdigte als Amtsnachfolger Josephs, dass sich dieser um seine Heimatstadt große Verdienste erworben habe. In seiner 16-jährigen Amtszeit als Rathaus-Chef sowie als Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg habe er wesentliche Akzente zur Fortentwicklung der Stadt gesetzt. Sein Name und sein Werk würden mit der Geschichte der Stadt Wall-dürn stets eng verbunden bleiben. Die Menschen hätten ihm besonders am Herzen gelegen. Für sie habe er sich unermüdlich eingesetzt, bis an die Grenzen seiner eigenen Leistungsfähigkeit.

MdB Dr. Dorothee Schlegel unterstrich, welch große Lücke der Tod von Karl-Heinz Joseph in Walldürn und im Neckar-Odenwald-Kreis hinterlassen habe. Zehn Jahre seien vergangen, aber noch heute würden die Menschen in aufrichtiger Bewunderung von ihm sprechen: "Wir gedenken einem Menschen, der viele andere Menschen berührt hat und stets das Ganze im Blick gehabt hat."

Landrat Dr. Achim Brötel betonte, dass er außerordentlich dankbar dafür sei, dass es Karl-Heinz Joseph gegeben habe und er einen Teil seines Weges mit ihm habe gehen dürfen, in kollegialer, aber auch in freundschaftlicher Verbundenheit. Seine erste Begegnung mit Joseph liege weit über 30 Jahre zurück, als er seinen Grundwehrdienst beim Panzergrenadierbataillon 362 in Walldürn absolvierte

Die Bilder seines Lebens seien noch immer sehr präsent: Karl-Heinz Joseph habe stets sehr intensiv gelebt - als erfolgreicher Rechtsanwalt in Miltenberg, als blutjunger Stadtrat in Walldürn, seit 1984 im Kreistag, seit 1991 als Bürgermeister in der Nachfolge von Robert Hollerbach und seit 2006 auch noch im Landtag in der Nachfolge von Gerd Teßmer.

"Halbe Sachen waren dabei nie sein Ding", sagte Brötel. Joseph sei ein Volksvertreter im besten Sinne des Wortes gewesen. Dabei seien ihm die Menschen erklärtermaßen ganz besonders am Herzen gelegen. Für sie habe er sich unermüdlich eingesetzt und dabei im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis bleibende Spuren hinterlassen.

Er sei Karl-Heinz Joseph heute noch sehr dankbar - für viele wichtige Impulse, die insbesondere auch das Verhältnis der beiden Nachbarstädte Walldürn und Buchen neu belebt habe, für wegweisende Initiativen im Kreistag, für zahlreiche Gespräche und Telefonate, oft über Themen, die weit über das Tagesgeschäft hinausgegangen seien. Der Neckar-Odenwald-Kreis empfinde tiefe Dankbarkeit für all das, was Karl-Heinz Joseph allen dank seiner reichen Begabungen, aber auch seines bedingungslosen Einsatzes geschenkt habe.

MdL Georg Nelius, Nachfolger von Karl-Heinz Joseph als SPD-Landtagsabgeordneter, rief in persönlichen Worten noch einmal das Bild seines Vorgängers a in Erinnerung und zeigte auf, dass sich dieser bleibende Verdienste erworben habe. Auch die Erfolge der SPD im Neckar-Odenwald-Kreis seien ganz eng mit seinem Namen verbunden, und dies sei eine Verpflichtung, in seinem Sinne erfolgreich weiter zu wirken.

Karl-Heinz Joseph habe die Stadt Walldürn über viele Jahre hinweg nicht durch die Parteibrille gesehen und geleitet, sondern sei für alle Bürger offen gewesen und habe sich stets vehement für alle eingesetzt. Die Achtung über alle Fraktionsgrenzen hinweg sei ihm stets sicher gewesen - auch im Landtag.

Die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Heide Lochmann, versicherte, dass man in der Fraktion noch heute mit großer Trauer, aber auch mit großem Respekt an Joseph denke. Gemeinsam habe man sich nach dem Tod bemüht, die Arbeit der Kreistagsfraktion im Sinne von Karl-Heinz Joseph fortzuführen. Denn Joseph sei nach wie vor ein leuchtendes Beispiel und Vorbild. Die ansprechende Gedenkveranstaltung endete mit einer Fotoschau, die vom SPD-Kreisvorsitzenden Jürgen Graner zusammengestellt worden war.