SPD- Landtagsfraktionsvorsitzender Claus Schmiedel ließ sich von Michael Hirthammer informieren

Täglich arbeiten an Standortentwicklung

Besuch im BRAUN Werk Walldürn

Über die Situation von Industriebetrieben im ländlichen Raum informierte sich am Mittwoch der im Januar neu gewählte Vorsitzende der SPD- Landtagsfraktion, Claus Schmiedel, bei einem Besuch der Firma Braun.

 

Im Blickpunkt stand dabei die Rolle von Unternehmen mittlerer Größe als Jobmotor, aber auch der Fachkräftemangel als Kehrseite der anziehenden Konjunktur. Neben einer ausführlichen Vorstellung des Unternehmens durch Werksleiter Michael Hirthammer stand auch ein Rundgang durch die Produktion auf dem Programm.

Begleitet wurde der Fraktionsvorsitzende dabei von MdL Georg Nelius, dem Kreisvorsitzenden der SPD Neckar-Odenwald, Jürgen Graner, der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Gaby Teichmann, dem Vorsitzenden des SPD- Ortsvereins Walldürn, Ralf Beyersdorfer, dem Vorsitzenden der SPD- Fraktion im Walldürner Stadtrat, Herbert Kilian sowie weiteren Vertretern SPD im Kreis.

 

Im Beisein des Betriebsratsvorsitzenden Rudi Karliczek sowie weiterer Mitarbeiter des Führungskreises gab Hirthammer im Konferenzraum zunächst einen Einblick in die Unternehmensentwicklung und die Produktpalette. In der 53- jährigen Unternehmensgeschichte habe es immer wieder ein Auf und Ab bei den Beschäftigtenzahlen gegeben, erläuterte Hirthammer. Aktuell beschäftigeman zirka 1100 Mitarbeiter. Die Jahresproduktion des Walldürner Werkes liege bei derzeit vier Millionen Rasierern, sechs Millionen Epilierern und 1,5 Millionen Fieberthermometern.

 

Da jeder Firmenbereich im weltweiten Wettbewerb stehe, könne man den Standort Walldürn jedoch nur durch kontinuierliche Innovation bei gleichzeitiger Kostensenkung in einer Größenordnung von fünf Prozent pro Jahr erhalten. Flexibilität in allen Bereichen werde daher groß geschrieben. Walldürn müsse strategische Vorteile für das gesamte Unternehmen bieten und schneller auf den Markt reagieren können, als beispielsweise Firmen in Osteuropa oder China. „Und das können wir“, betonte Hirthammer und verwies auf Kerntechnologien, die im Walldürner Werk entwickelt werden und so den notwendigen Vorsprung vor dem Wettbewerb sichern.

 

„Bis die Chinesen ein Produkt kopieren, haben wir längst ein neues auf den Markt gebracht“, gibt sich der Werksleiter zuversichtlich, diesen Vorsprung auch weiter halten zu können. Durchschnittlich führe man pro Woche etwa drei bis vier neue Produkte in den Markt ein. Insgesamt bestehe die Produktpalette aus 380 Artikeln.

Möglich sei diese hohe Flexibilität jedoch nur durch die große Motivation der Belegschaft. So könne bei entsprechender Nachfrage in allen Abteilungen bis zu sieben Tage pro Woche in drei Schichten produziert werden. Möglich sei dies durch flexible Jahresarbeitszeitkonten.

Zur Firmenphilosophie gehöre zudem, dass jeder Mitarbeiter die Aufgabe habe, seinen Arbeitsplatzständig selbst weiterzuentwickeln. Im Idealfall solle jeder Mitarbeiter „seinen Arbeitsplatz selbst wegrationalisieren“, um dann in einem anderen Unternehmensbereich eingesetzt werden zu können. Mitarbeiterrotation in der Produktion, aber auch innerhalb des Managements werde daher groß geschrieben. Stolz sei man bei Braun auch auf die etwa fünfprozentige Ausbildungsrate. „Es gibt kaum jemanden, der nicht zu uns passen will“, so Hirthammer in Hinblick auf die hohe Übernahmezahlen nach Abschluss der Ausbildung. Dafür spreche auch die niedrige Fluktuationsrate im Personalbereich von lediglich ein bis zwei Prozent pro Jahr.

Darüber hinaus legt das Unternehmen großen Wert auf seine strikten Sicherheitsbestimmungen und den Umweltschutz. Die Reduzierung der Unfallzahlen auf 0,5 Unfälle pro 200000 Arbeitsstunden habe man sich als Ziel gesetzt. Die Einsparung von 800000 Kilowattstunden pro Jahr an Energie sei bereits erreicht. Grundsätzlich gelte es jeden Tag auf’s Neue hart an der Weiterentwicklung des Standortes Walldürn zu arbeiten, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Nach den theoretischen Ausführungen stand anschließend ein Rundgang durch das Unternehmen auf dem Programm.

Unter der Führung von Michael Hirthammer wurde den Gästen ein umfassender und informativer Einblick in die Produkte und den Produktionsablauf des Unternehmens geboten. Nach dem Rundgang stand im Konferenzraum noch ein Gedankenaustausch der Beteiligten auf dem Programm.