Waldbegehung der SPD-Walldürn

Abwechslungreicher Rundgang durch den Wald

Wieder weit über 50 Bürger bei der Waldbegehung der SPD

Zu einer besonderen Waldbegehung konnte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ralf Beyersdorfer am vergangenen Sonntag weit über 50 interessierte Gäste begrüßen.

Beyersdorfer zeigte sich erfreut, dass sich wieder so viele Bürger eingefunden hatten und damit auch ihr Interesse am heimischen Forst bekundeten. Gerade durch die steigenden Energiepreise sei das Interesse am Holz als Energielieferant stark gestiegen. Dass der Wald aber noch weit mehr zu bieten habe und Fortwirtschaft mehr sei, als nur die Vergabe von Brennholz, wolle man gemeinsam entdecken. Hierzu galt ein besonderer Gruß dem Leiter der Forstbetriebsleitung Walldürn Henner Niemann, unter dessen fachkundiger Leitung die Waldbegehung stattfand.

Ausgangspunkt der Waldbegehung war der Waldparkplatz in der „Alten Armorbacher Straße“. Zu Beginn ging Oberforstrat Henner Niemann kurz auf die Brennholzsituation ein. Gründe für das steigende Interesse am Holz als Brennstoff seien einerseits die gestiegenen Preise der fosilien Brennstoffe. Andererseits ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, der als kolendioxidneutral gilt, weil nur soviel Holz dem Wald entnommen wird, wie auch wieder nachwächst. Der derzeitige Bedarf an Brennholz kann vom Walldürner Forst gedeckt werden. Neben dem Brennholz und dem Holz, das in den Flächenlosen aufgearbeitet wird, fällt in der Forstwirtschaft noch weitere Biomassen an, die energetisch genutzt werden könnte. Allerdings sei es der Forstverwaltung auch recht, wenn dieses Material im Wald verrottet und damit die Grundlage für den wertvollen Humusboden im Wald bildet.

Eine richtige Waldbegehung, so Niemann könne man nicht auf den Waldwegen machen, weil man nur den Waldrand betrachtet. Deshalb war der erste Halt in einem Stück Wald, das nach den verheerenden Stürmen wieder aufgeforstet werden musste. Die Teilnehmer der Waldbegehung sollten raten, welche Baumart damals auf dieser Fläche gepflanzt wurde. Anschließend erklärte Niemann anhand der Standortkarte, warum man sich auf dieser Fläche für die Eiche entschieden hatte. Mittlerweile habe sich durch natürliche Besamung ein bunter Wald mit vermiedenen Baumarten, wie Birke, Fichte, Lärche und natürlich der Eiche entwickelt. Aufgabe der Forstwirtschaft ist es solche Waldstücke regelmäßig zu durchforsten, damit sich in diesem Umfeld wertvolles Holz für künftige Generationen entwickeln kann. Bei dieser Durch¬forstung wird entschieden, welche Bäume erhalten werden sollen und welche hierfür weichen müssen. Eine solche Durchforstung muss mit großer Umsicht erfolgen, weshalb hierfür Fachpersonal eingesetzt wird.

Quer durch den Wald führte Niemann die Gruppe zu einer weiteren Aufforstungsfläche. Die meisten der hier gesetzten Pflanzen wurden durch Wildverbiss stark geschädigt. Gemeinsam mit den Jagdpächtern müssen an solchen Stellen gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um den Wildbestand auf einem verträglichen Niveau zu halten. Das diese Fläche vom Wild rege zum Äsen aufgesucht wird, konnte man anhand der vielen Spuren im Schnee deutlich erkennen.

Auf dem weiteren Rundgang zeigte Oberforstrat Henner Niemann der Gruppe verschiedene Beispiele, wie die Forstverwaltung den Wald nutzt. Neben dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit ist die Nachhaltigkeit ein wichtiges Prinzip. Das heißt dem Wald wird nur soviel Holz zur Verwertung entnommen, wie der Wald verkraften kann. Dabei spielt der Natur- und Umweltschutz eine ebenso große Rolle. So werden beispielsweise gezielt alte Bäume als Brutstätte für nützliche Insekten stehen gelassen. Auf dem weiteren Rundweg berichtete Niemann über die Schädigung des Waldes.

Zum Abschluss der Waldbegehung wurden die Teilnehmer von der SPD in die Forstschutzhütte am Auerberg eingeladen. Bürgermeister Karl-Heinz Joseph bedankte sich bei der SPD dafür, dass sie mit der Waldbegehung den Bürgern einen Einblick in Arbeit der Forstwirtschaft bietet. Der Walldürner Wald sei ein wichtiges Element unserer Heimat, das es für künftige Genera¬tionen zu erhalten gilt, so Joseph.

Im Namen der SPD bedankte sich Ralf Beyersdorfer bei den Teilnehmern für ihr Interesse und bei Henner Niemann für den abwechslungsreichen und informativen Rundgang durch den Wald. Auch im nächsten Jahr werde es wieder eine Waldbegehung geben, versicherte Beyersdorfer den Teilnehmern.