Waldbegehung der SPD Walldürn

 

Am vergangenen Sonntag fand die diesjährige Waldbegehung des SPD Ortsverein Walldürn statt. Der Ortsvereinsvorsitzende Ralf Beyersdorfer konnte diesmal über 100 interessierte Mitbürger begrüßen. Seine besonderen Grüße galten dem Bürgermeister Walldürns Herrn Karl-Heinz Joseph, den anwesenden Damen und Herren des Stadtrates sowie Herrn Dr. Peichel vom staatlichen Fortsamt Walldürn, unter dessen Leitung die Begehung stattfand.

 

In seiner kurzen Begrüßung betonte Ralf Beyersdorfer, daß ebenso, wie der Wald ein fester Bestandteil unserer Heimat sei, auch die Waldbegehung ihren festen Platz im Programm des SPD Ortsvereins habe. Die Idee eine Waldbegehung für die Öffentlichkeit zu veranstalten wurde nach den verheerenden Stürmen von 1990 geboren. Seitdem veranstaltet der SPD-Ortsverein gemeinsam mit der Forstverwaltung jährlich eine Waldbegehung. In den letzten Jahren sei es gelungen den Wald in seinen vielen Funktionen, nicht nur als Holzlieferant und Erholungsraum, sondern auch als Trinkwasserspeicher oder in seinen Funktionen für das Klima und die Atemluft einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

 

Herr Dr. Peichel zeigte sich sehr erfreut über die große Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern, die sich zur Waldbegehung eingefunden hatten. Eine solche große Gruppe habe er bisher noch nicht durch den Wald geführt.

 

Der Ausgangspunkt für die Waldbegehung war dieses Jahr bei "Maria Rast". Von dort aus führte Herr Dr. Peichel die Gruppe zu einer der ehemaligen Sturmwurfflächen am Auerberg. An diesem Beispiel erklärte er die geschichtliche Entwicklung zum heutigen Stadtwald. Die meisten Fichtenkulturen, die Opfer der Stürme wurden, wurden um die Zeit von 1870 ge-pflanzt. Eine Zeit, in der Holz nicht nur Baustoff sondern in großem Maße auch als Heizmaterial Verwendung fand, was einen entsprechend hohen Verbrauch an Holz zur Folge hatte. Damals forstete man den Wald mit großen Fichtenkulturen wieder auf, die in den letzten Jahren Opfer der Stürme wurden. Bei der neuerlichen Aufforstung entschied sich die Forstverwaltung auf den sturmgefährdeten Flächen für Bäume mit ihren tiefen Wurzeln, da diese für einen solchen Standort wesentlich besser geeignet sind.

Nur auf stabilen Standorten werden auch weiterhin Fichten angepflanzt, zumal diese eine wichtige Einnahmequelle für die Forstwirtschaft seien.

 

Auch wolle man für die Zukunft keine reinen Monokulturen sondern einen gesunden Mischwald, weil dieser wesentlich wiederstandfähiger gegenüber von Sturmschäden und Schädlingen sei. Auch will man künftigen Generationen einen artenreichen Wald vererben.

 

Bei einem weiteren Halt erklärte Herr Dr. Peichel den Begriff "naturnahe Waldwirtschaft", der auch der Schwerpunkt der diesjährigen Waldbegehung sein sollte. Das Ziel der naturnahen Waldwirtschaft sei es, einen langfristig stabilien Wald aufzubauen und zu pflegen, der auf wirtschaftliche Weise nachhaltig wertvolles Holz produziere. Gleichzeitig solle der Wald der Bevölkerung Erholungsraum bieten und seine Schutzfunktionen für das Trinkwasser, den Boden und die Artenvielfalt optimal erfüllen. Im Gegensatz zur naturnahen Waldwirtschaft stünden Reinbestandswirtschaft, Plantagenbetrieb und Kahlschlag.

 

Daß der Wald Lebensraum für eine Vielfalt von Pflanzen und Tiere bietet zeigte Herr Dr. Peichel am Beispiel eines alten Baumes. Dieser Baum bietet nicht nur einen Lebensraum für verschiedene Insekten und Pilze, sonderen mit seinen Spechthöhlen auch einen begehrten Wohnraum für Kleiber oder Fledermäuse.

 

Der nächste Halt der Gruppe war in einer Abteilung mit einem Mischwald, der Beispielhaft für die naturnahe Waldwirtschaft ist. Hier können einzelne Bäume geerntet werden, ohne den Wald als Ganzes zu belasten. Durch die natürliche Samenverbreitung wachsen auf den freien Flächen wieder neue Bäume nach. Diese Form der Naturverüngung helfe auch Kosten zu sparen.

Auf dem weiteren Weg beantwortete Herr Dr. Peichel noch verschiedene Fragen der Teilnehmer.

 

Der Rundgang endete an der Forstschutzhütte am Auerberg, wo die Helfer des SPD Orts-vereins schon Kaffee und Kuchen gerichtet hatten, zu dem die Teilnehmer der Waldbegehung eingeladen wurden. Im Namen des SPD-Ortsvereins bedankte sich der Ortvereinsvorsitzende Ralf Beyersdorfer bei Herrn Dr. Peichel für die informative Veranstaltung mit einem kleinen Präsent. Die Waldbegehung schloß mit einem warmen Vesper in gemütlicher Runde.

 

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