Waldbegehung der SPD

Am vergangenen Sonntag konnte der Ortsvereinsvorsitzende Josef Priwitzer über 60 interessierte Bürger zu der Waldbegehung der SPD begrüßen. In seiner kurzen Begrüßung betonte Josef Priwitzer, daß der Wald ein fester Bestandteil unserer Heimat ist. Seitdem der Walldürner Wald besonders unter dem Sturm von 1990 stark gelitten hatte, veranstaltet der SPD-Ortsverein gemeinsam mit der Forstverwaltung jährlich eine Waldbegehung. Ziel der Waldbegehung ist, den Mitgliedern der SPD und interessierten Mitbürgern eine Gelegenheit zu bieten, sich vor Ort bei kompetenter Stelle über den Walldürner Forst zu informieren, gleichsam erhält die Forstverwaltung die Möglichkeit ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Hierzu begrüßte Josef Priwitzer besonders Herrn Forstdirektor Dr. Peichel, unter dessen Leitung die Begehung stattfand.

 

Ausgangspunkt war dieses Jahr das Siedlerheim in der Dr.-Heinrich-Köhler-Straße. Von dort aus führte Herr Dr. Peichel die Gruppe in ein durch den Windwurf gerodetes Gebiet. Anhand einer Fichte, die durch den Wind entwurzelt wurde, erklärte Herr Dr. Peichel den Teilnehmern, daß Bäume mit Flachwurzeln an diesem Standort nur schlecht Halt finden. Die meisten der Fichten, die der Sturm umgeworfen hatte, wurden um die Zeit von 1870 gepflanzt. Eine Zeit, in der Holz nicht nur Baustoff sondern in großem Maße auch als Heizmaterial Verwendung fand, was einen entsprechend hohen Verbrauch an Holz zur Folge hatte. Damals forstete man den Wald mit großen Fichtenkulturen wieder auf, die in den letzten Jahren Opfer der Stürme wurden. Bei der neuerlichen Aufforstung entschied sich die Forstverwaltung für Kiefern und Stieleichen, da diese Bäume mit ihren tiefen Pfahlwurzeln für einen solchen Standort wesentlich besser geeignet sind.

 

Bei einem weiterem Halt ging Herr Dr. Peichel auf die Kosten der Aufforstung ein. Den wirtschaftlichen Nutzen der heutigen Aufwendungen können erst spätere Generationen ziehen.

 

Anschließend führte die Waldbegehung in eine Abteilung mit einem Mischwald aus Buchen und Kiefern, in dem sich auch verschiedene andere Baumarten durch natürliche Samenverbreitung angesiedelt haben. Dieser Wald wird derzeit durchforstet, wobei gezielt einzelne Bäume ab¬ge-erntet werden, ohne den Wald als Ganzes zu belasten. Eine solche naturnahe Waldwirtschaft hat viele Vorteile gegenüber von Monokulturen und Kahlschlag. Zum einen sind diese Wälder wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Sturmschäden und Schädlingen. Anderseits müssen die Bäume, die gefällt wurden nicht teuer nachgepflanzt werden, da sich der Wald aus eigener Kraft verjüngt. Ziel der Forstverwaltung ist es solche intakten Waldökosysteme zu erhalten und in anderen Bereichen aufzubauen.

 

Auf die Frage eines Teilnehmers hin, erklärte Herr Dr. Peichel die Zusammenhänge zwischen Wildbestand und Wald. Dabei wurde klar, daß der Mensch durch Jagd regulierend eingreifen muß, wenn ein zu hoher Wildbestand den Wald durch Verbiß gefährdet.

 

Der Rundgang endete wieder am Siedlerheim, in das die Teilnehmer von der SPD eingeladen wurden. Hier hatten fleißige Helfer vom Siedlerbund schon Kaffee und Kuchen vorbereitet, so daß sich die Gäste stärken konnten. Die Veranstaltung schloß mit einem kurzen Referat, in dem Herr Dr. Peichel noch einmal auf die ökologische und ökonomische Bedeutung des Waldes für unsere Stadt einging. Dabei dürfen nicht nur Kosten und Erträge betrachtet werden, sondern auch die vielseitigen Funktionen des Waldes, die nicht in DM ausgedrückt werden können, wie z.B. seine Erholungsfunktion für die Bürger.

 

Im Namen des SPD-Ortsvereins bedankte sich Stadtrat Rolf Günther bei Herrn Dr. Peichel für die informative Veranstaltung sowie beim Siedlerbund für die Bewirtung der Gäste.